Archiv der Kategorie 'Demonstrationen'

Gesicht zeigen, Naziterror stoppen! | Limbach-O. 07.02.2009

Aufruf des Bündnis „Buntes Limbach“:

Wir, das Bündnis „Buntes Limbach“, rufen zur Demonstration „Gesicht zeigen, Naziterror stoppen“ am Samstag den 07.02.2009 in Limbach-Oberfrohna auf.

Treffpunkt ist um 15 Uhr am Johannisplatz in Limbach-Oberfrohna.

Nicht nur die Anzahl und die Brutalität rechtsradikaler Übergriffe auf Andersdenkende, sondern auch die Gleichgültigkeit sehr vieler Bürger, hat eine erschreckende Dimension in der Stadt Limbach- Oberfrohna angenommen. So wurde das Vereinsbüro „Schwarzer Peter“, der sozialen & politischen Bildungsvereinigung L.-O. e.V., in weniger als drei Monaten dreizehn mal das Ziel von Nazi-Übergriffen. Bei diesen Vorfällen blieb es nicht nur bei Diskriminierungen, Beschimpfungen und Morddrohungen („Schlagt sie tot, …“) seitens der Rechten, es wurden auch mehrfach die Scheiben des Vereinsbüros zerschlagen, Hakenkreuze an das Gebäude geschmiert und bei Einbrüchen in das Vereinsbüro Wertgegenstände im Wert von 400€ gestohlen. Der gesamte Sachschaden wird auf über 2500€ beziffert. Es kam nicht selten vor, dass bei Zeugenvernehmungen keiner der umliegenden Anwohner etwas gesehen haben will, obwohl das Vereinsbüro auf einer gut beleuchteten Straße im Zentrum der Stadt liegt.

Doch dies sind nicht die einzigen Vorfälle, die erkennen lassen, dass Limbach-Oberfrohna und Umgebung ein Neonazi-Problem haben. Seit Mitte Oktober wird die Stadt immer wieder mit neuer „Nazi- Propaganda“ verunstaltet. Es werden Plakate, Aufkleber und Sprayereien verbreitet, in denen sich offen zum Nationalsozialismus, Rudolf Heß und Adolf Hitler bekannt wird. Die Stadt behauptet, dass diese Vorfälle nicht existieren, obwohl diese Propaganda allgegenwärtig ist und die Polizei am 27.12.2008 fünf Personen aus Limbach-Oberfrohna, Burgstädt, Penig und Lunzenau festgestellt hat, die in ihrem Auto Aufkleber, Plakate und Kleber mit rechtsextremistischem Inhalt mitführten. Es wird gegen sie ermittelt.

Auch auf offener Straße machen Rechtsextremisten keinen Hehl daraus, Andersdenkende zu attackieren. So gab es bereits schon des Öfteren in Limbach-Oberfrohna grundlose Übergriffe auf Jugendliche durch Neonazis. Der Gipfel der Gewalt ereignete sich in der Silvesternacht. Hier wurde ein jugendlicher Punk von mehreren Personen, von denen einige der rechten Szene zuzuordnen sind, bis zur Ohnmacht gewürgt. Er schwebte zeitweise in Lebensgefahr.

Trotz all der Vorfälle, die von einfachen Propagandadelikten, bis hinzu Sachbeschädigungen und gar schweren Körperverletzungen, die sich in weniger als drei Monaten ereigneten, will die Stadt immer noch kein Problem mit Neonazis in Limbach-Oberfrohna sehen. Eindeutige Beweise wie Hakenkreuze, Naziparolen, rechtsradikale Plakate und Aufkleber sind nicht Beweis genug. Solange die Stadt nicht dieses gravierende Problem erkennt, werden es die Bürger auch nicht realisieren und nichts dagegen unternehmen. Der Rechtsextremismus kann sich somit ungehindert weiter ausbreiten. Wir müssen dies verhindern.

Auch dass in Niederfrohna Gitta Schüßler, eine Landtagsabgeordnete der NPD, wohnt und fast ihre ganze Familie sich für die NPD im Chemnitzer und Zwickauer Land und im Erzgebirge engagiert, sowie dass einige andere NPD-Abgeordnete, die in Limbach-Oberfrohna wohnen, großen regionalen Einfluss haben, zeigt wie tief verwurzelt rechte Strukturen in der Umgebung sind. Weiterhin dient Limbach-Oberfrohna als Anlaufstelle für NPD- und JN-Treffen im großen Stil. Trotz dieser Beweise will die Stadt noch immer keine organisierte Rechte wahrhaben. Es ist unsere Aufgabe, diese Missstände aufzuzeigen und gemeinsam dagegen vorzugehen, dass sich rassistisches, menschenverachtendes Gedankengut weiter in unserer Gesellschaft weiter ausbreitet.

Limbach-Oberfrohna ist mit dieser Situation nicht allein. Burgstädt und Mittweida sind genauso Brennpunkte rechter Gewalt, in den letzten Wochen brannten mehrere Autos von alternativen Jugendlichen, sowie ein Bandproberaum einer Punkband. Auch hier sind Gewaltdelikte gegen Andersdenkende an der Tagesordnung und auch hier stehen die Jugendlichen alleine.

Wir fordern, dass die Stadt sich zu diesem Problem bekennt und sich aktiv an der Lösung dieses Problems beteiligt. Weiterhin fordern wir die Stadt auf, rassistischem Gedankengut keinen Nährboden zu geben, in dem Straftaten durch Nazis als jugendlicher Humbug abgetan wird.

Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Limbach-Oberfrohna, sich diesem Demonstrationszug anzuschließen, um zu zeigen, dass Naziumtriebe in der Region keinen Anklang finden.

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Demonstration gegen die Bundeswehrmanöver im Vorfeld des Einsatzes in Afghanistan

Die Linke.Frankenberg ruft für den 7. Januar zu einer Kundgebung und Demonstration gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr auf, an dem sich im Jahr 2009 auch wieder Bundeswehrangehörige aus der Wettiner-Kaserne Frankenberg beteiligen sollen.

Die Demonstration richtet sich gleichzeitig gegen die vom 05. bis 08.01.2009 stattfindenden Manöver der Bundeswehr in der Öffentlichkeit in unserer Region. Weitere Manöver sind bereits für Mai und August diesen Jahres geplant.

Hier ein Beispiel für den aggressiven Charakter der Übung. Zitat aus dem Frankenberger Amtsblatt vom 28.11.2008, veröffentlicht von Major Zimmer:

Übungstätigkeiten, die den Einsatz von Luftfahrzeugen oder Handwaffen
erforderlich machen, werden sich grundsätzlich auf die
Standortübungsplätze in Marienberg und Frankenberg beschränken bzw.
außerhalb von Ortschaften stattfinden (…)
Daher haben wir uns entschieden, gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr
eine Übung anzulegen, die möglichst realitätsnah ist.

Die Demonstration beginnt um am 7. Jaunar – 16 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in
Frankenberg und endet gegen 17 Uhr vor dem Haupteingang der
Wettiner-Kaserne in der Äußeren Freiberger Straße.

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Aufruf der AAWE zur Teilnahme an der Kundgebung zum Jahrestag der Auschwitzbefreiung.

Wir sehen uns auch weiterhin in der Verantwortung, dem antisemitischen Denken und Handeln entschieden entgegenzutreten. Damit Auschwitz sich nicht wiederhole!

Daher rufen wir dazu auf, an die Befreiung von Auschwitz sowie auch an die Opfer der Deutschen Barbarei zu erinnern.
Sa. 24.01.2009, 14 Uhr: Annaberg/B., Buchholzerstr. (Ecke Sparkasse)

1) Die jüdische Gemeinde Annaberg

Zur Zeit der Renaissance, als sich die ersten JüdInnen in Annaberg ansiedelten, waren antisemitische Ressentiments wie schon im Mittelalter weit verbreitet. Die Gläubigen wurden verfolgt und beleidigt, ihre Religion war verpönt.
Die Entstehung der jüdischen Gemeinde in Annaberg ist sehr eng mit der ökonomischen Entwicklung der Region verbunden. Die Stadt entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem der größten Industriezentren des Erzgebirges. Daraus folgend wurde sie in den 1830-er Jahren von einigen jüdischen Händlern aus Chemnitz und Leipzig besucht und vermehrt Manufakturen und Betriebe von jüdischen Fabrikanten gegründet. Zwischen 1860 und 1880 lebten etwa 50 JüdInnen in Annaberg und den umliegenden Gemeinden. Sie gründeten 1890 die „Israelitische Religionsvereinigung zu Annaberg“. 1897 wurde der erste Betsaal im Gebäude auf dem Schulberg 3 eingerichtet. In diesem Gebäude befindet sich heute der Naziladen „Phönix“.
1903, zwei Jahre nach der Antragstellung, konnte der jüdische Friedhof angelegt werden und ab 1910 erlebte diese Gemeinde ihre Blütezeit. Damals wuchs sie auf etwa 150 Personen an und es gab nachweislich etwa 40 jüdische Geschäfte und Betriebe in der Stadt. Beispiele dafür sind das Manufakturgeschäft von Bernhard Chaskel oder das damals größte Kaufhaus des Erzgebirges „Arnold Frank“.
Mit dem I. Weltkrieg und dem darauf folgenden wirtschaftlichen Niedergang schrumpfte die jüdische Gemeinde auf etwa 50 Personen. Isaac Chanange war bis Ende 1919 Stadtrat und Stifter beim Bau des Stadtbades. 1926 wurde eine neue Synagoge auf der Buchholzer Str. 17/Siebenhäusergasse im Hinterhaus eingerichtet. Jüdische Händler besuchten weiterhin die „Kät“ und den Weihnachtsmarkt.
Schon zu Beginn der 30-er Jahre existierten viele AnhängerInnen des Nationalsozialismus. Der Übergang zur „Volksgemeinschaft“ im aufgehenden „Tausendjährigen Reich“ verlief fließend. Wie überall im nationalsozialistischen Deutschland bekamen die JüdInnen, die politisch Verfolgten, sowie alle Stigmatisierten, wie Sinti und Roma oder Homosexuelle, dies schnell zu spüren. In Annaberg wurde 1933 eines der ersten Konzentrationslager im ehemaligem „Schützenhaus“ errichtet, in dem hunderte RegimegegnerInnen interniert, misshandelt und 523 von ihnen ermordet wurden.
Als am 1. April 1933 der damalige Bürgermeister Dietze zu den ersten Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte aufrief, lies sich die örtliche SA etwas besonders perfides einfallen: JedeR Kunde/In, der/die in einem der jüdischen Läden einkaufte, wurde ein Stempel in das Gesicht gedrückt, auf dem zu lesen war: „Wir Verräter kauften bei Juden!“. Die in ganz Deutschland erlassenen „Rassegesetze“ und Sonderregelungen wurden hier unter dem Wohlwollen des deutschen TäterInnenkollektivs ebenfalls akribisch durchgesetzt. Verwüstete und in Brand gesetzte Geschäfte waren während der Progromnacht 1938 die Folge. Die Synagoge wurde ebenfalls verwüstet und 1945 vor Kriegsende abgerissen.
Einzelne jüdische Familien Annabergs wie die Cohns wurden direkt von der Gestapo verhört, und verhaftet. Der jüdische Zahnarzt Kaplan wurde in das KZ Buchenwald verschleppt. Der Friedhof der Israelitischen Religionsvereinigung zu Annaberg geschändet, die dazu gehörige Feierhalle in der selben Nacht gesprengt. Wieder war Bürgermeister Dietze neben der SA Standarte 224 und der Baufirma Meyer und Lochmann maßgeblich mit beteiligt. 1940 wurde der Friedhof eingeebnet. Ein Mahnmal, das erst 1988 in der Nähe des ehemaligen jüdischen Friedhofs errichtet wurde, erinnert uns noch heute daran.

Bis 1938 hatten etwa 40 JüdInnen Annaberg verlassen. Einige konnten emigrieren, andere zogen in größere Städte oder tauchten unter. Zu diesem Zeitpunkt wohnten noch etwa 30 JüdInnen in der Stadt und mussten weiter unter den Repressalien im Nationalsozialismus leiden, Selbstmorde waren an der Tagesordnung. Mindestens neun Hausgrundstücke jüdischer Besitzer wurden in Annaberg zwangsenteignet. Bürgermeister Dr. Niedner ordnete am 1. September 1941 an, dass die JüdInnen einen „gelben Stern“ tragen müssen. Am 18. September 1941 führte er dann das „Verbot zur Benutzung von Verkehrsmittel durch Juden“ ein. In der Amtszeit des Bürgermeisters Pisurek wurde durch diesen die Zwangsarbeit für JüdInnen am 3. Oktober 1941 beschlossen. Am 22. Dezember 1942 mussten die JüdInnen ihre Wollsachen und Pelzmäntel, auf Anordnung von Pisurek abgeben. Dieser hat auch Deportationen von Annaberger JüdInnen mit zu verantworten. Bekannt ist, dass mindestens zehn von ihnen zwischen 1940 und 1942 aus Annaberg nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden. Weitere wurden nach ihrer Flucht in andere Städte, wie Berlin oder Leipzig, aus diesen deportiert. Mindestens 25 JüdInnen, welche aus dem damaligen Kreis Annaberg stammten oder lebten, wurden allein in Auschwitz ermordet. Weitere starben im KZ Theresienstadt oder im KZ Lublin. Etwa sieben von ihnen sollen die Shoah und den Krieg überlebt haben. Sechs von Ihnen kehrten nach Kriegsende kurz zurück nach Annaberg. Im Zuge einer antijüdische Kampagne in den Jahren 1952/53 der DDR, ist anzunehmen das die letzen Annaberger JüdInnen ebenfalls gen Westen flüchteten. 1965, nach dem Tod der letzten in Annaberg lebenden Jüdin, erlosch das jüdische Leben in Annaberg.

Seitdem gibt es bis heute keine JüdInnen mehr in Annaberg/B.!

2) Auschwitz (polnisch Oswiecim)

“Völlig zu Recht ist der Name Auschwitz ein Synonym für das Grauen. […] Nur besteht im Zusammenhang mit dem Grauen das Problem, dass es unsere natürliche Reaktion ist, uns davon abwenden zu wollen.” Laurence Rees

Dieses Konzentrationslager wurde im Sommer 1940 errichtet. Geplant war vorrangig darin die polnische Bevölkerung zu versklaven und zu töten. Die Funktion als KZ erfüllte das Lager übrigens während der gesamten Zeit seines Bestehens. Die ersten Vergasungen begannen bereits im September 1941. Auch im Vernichtungslager Chelmno wurde mit der Vergasung durch so genannte „Gaswagen“ begonnen. Im Laufe der Zeit wurde die industrielle Massenvernichtung in Auschwitz „perfektioniert“. Die hemmungslose Ermordung begann im Sommer 1944, bis dahin lag die Zahl der Todesopfer noch unter der des Vernichtungslager Treblinka. Der Großteil der zu diesem Zeitpunkt ermordeten jüdischen Menschen stammte aus Ungarn. Die technische Weiterentwicklung der Gaskammern durch die SS, die Bereitstellung des Gases „Zyklon B“ durch die deutsche Industrie, die Transporte durch die Reichsbahn, Zwangsarbeit und medizinische Experimente, die sofortige Selektion an den Rampen nach der Ankunft und der damit verbundenen direkte Weg ins Gas für hunderttausende, die Tarnung der Gaskammern mit Aufschriften wie “Bade- und Inhalationsräume” um die ahnungslosen Opfer ruhig zuhalten, das verteilen von Seife, der Hinweis an die Opfer, sich die Registrierungsnummer ihrer eingesammelten Wertsachen zu merken, der Versuch lautlos zu töten, die Perversität die jüdischen Sonderkommandos am Leben zu lassen weil sie, in der Beseitigung der Leichen aus den Gaskammern „eingearbeitet“ waren, sowie die Ausführung sich hunderttausender Leichen zu entledigen, sind nur einige Beispiele die zur Komplexität der Todesmaschinerie (in) Auschwitz-Birkenau beitrugen.

„Manche begriffen, daß etwas nicht mit rechten Dingen zuging“, sagte der Überlebende Darrio Gabbai, „aber niemand konnte etwas tun. Der Ablauf war vorgegeben, wissen Sie. Die Deutschen hatten alles in der Hand. Sie hatten alles seit vielen Jahren geplant; also verlief alles reibungslos.“

Vorrausetzung für Auschwitz war jedoch die millionenfache Zustimmung, das Wegsehen und Schweigen der Deutschen und ihrer europäischen Kollaborateure, welche (zu-) erst dazu beitrugen, dass der millionenfache Mord zu dem wurde, was er ist: die systematische und rationale Vernichtung der europäischen JüdInnen.
Allein in Auschwitz wurden mindestens 1,1 Millionen JüdInnen ermordet.
Am 27.01.1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Damit wurde das Leiden zahlreicher JüdInnen, PolInnen, sowjetischer Kriegsgefangener, Sinti, Roma, Homosexueller und GegnerInnen des NS-Regimes in Auschwitz beendet.

3) Zivilgedenken

“Ich hatte keine Lust, in eisiger Kälte an der Rampe zu stehen und mir von den Rednern, unter anderem den Deutschen, anzuhören, wie gut sie doch alle mit der Vergangenheit umgehen. Ich finde das zum Kotzen.” Kurt Goldstein

In der offiziellen Stadtgeschichte ist von den JüdInnen Annabergs nichts zu lesen. Verdrängt und verschwiegen wurde die Geschichte über die DDR-Zeit hinweg.
Man arrangierte sich und auch das Annaberger TäterInnenkollektiv pflegt seit dem Ende des Nationalsozialismus den deutschen Opfermythos. Hier fließen die Tränen wegen einzelner „Luftangriffe“ unter anderem auf Buchholz vom 14. auf den 15. Februar 1945.
Eine Gedenkveranstaltung der besonderen Art fand anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung Auschwitz` in Annaberg/B. statt. Am 27. Januar 2005 hatte die damalige PDS zur Kranzniederlegung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus aufgerufen. Die lokale NPD lies sich nicht lange bitten und nahm auch daran teil. Die PDS lies sie gewähren, weil sie sich „sehr friedlich benommen haben“, so deren Kreisvorsitzende Marianne Schölzel. In der Heimathymne heißt es ja auch „Deutsch und frei woll’ mer sei“. Auch die lokale CDU setzt sich lieber für „deutschnationale Interessen“ ein. Am Volkstrauertag 2008 ließen die Initiatoren, darunter CDU Landrat Vogel, bei einer Gedenkstunde verlauten, was er, die CDU und die BürgerInnen in Hormersdorf möchten: „…dass die Ehrentafeln um die Namen mit den (deutschen) Gefallenen des 2. Weltkrieges erweitert werden und auch diesen erinnert wird.“

Wir wollen das NICHT!
Wir stellen uns geschichtsrevisionistischen Positionen entgegen, die deutsche TäterInnen zu Opfern verklärt.

Wir wehren uns dagegen, dass Antisemitismus etwa in Form der Israelfeindschaft, dem Mode Chic „Palituch“, oder als verkürzte Kapitalismuskritik salonfähig bleibt.

4) It´s our part to remember and remind

Zum 64. Jahrestag der Befreiung Auschwitz` durch die Rote Armee wollen wir an das sinnlose und grausame Morden erinnern.
Gleichzeitig wollen wir auch den alliierten Armeen danken, dass sie geholfen haben die deutsche Barbarei in Europa zu beenden. Damit verhinderten sie nicht weniger als den Versuch der Deutschen, den antisemitischen Wahnsinn, nämlich die Ermordung ALLER europäischen JüdInnen in die Tat umzusetzen. Unsere Kundgebung zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz sehen wir als Beitrag, der Opfer des Nazi-Terrors zu gedenken. Dieses Gedenken muss weit über die bisherigen Gedenkfeiern und Mahnmäler hinausgehen. In der gegenwärtigen Gesellschaft ist Antisemitismus immer noch fest verankert, z.B. durch Schändungen jüdischer Friedhöfe, die Entfernung und Zerstörung von „Stolpersteinen“, Redeverbot für die jüdische Gemeinde in Bad Nenndorf zum Jahrestag der Reichspopromnacht 2008 oder das Verbot der Görlitzer Stadtverwaltung die wieder neu sanierte Synagoge als Gebetshaus zu nutzen. Wir wollen auch aus diesen Gründen den heutigen Opfern von Antisemitismus und Antizionismus gedenken.

„Wer den Antisemitismus in seiner primitiven und elementaren Form nicht anprangert und zwar gerade deshalb nicht, weil er primitiv und elementar ist, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er nicht dadurch den Antisemiten in aller Welt ein Zeichen heimlichen Einverständnisses gibt.“ Léon Poliakovs

Autonome Antifa Westerzgebirge, Dezember 2008

+++ Außerdem: Palituchumtauschaktion: Tausch dein Palituch gegen Schals und Tücher +++

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Antifaschistische Demonstration „Gegen Naziläden und Rassismus!“ am 18.10.2008 in Dresden

Mobi von


naziläden dicht machen

Das Dresdner Ladenschluss-Bündnis ruft für Sonnabend, den 18. Oktober 2008 zu einer überregionalen antifaschistischen Demonstration unter dem Motto:

„Den NAZIS Dampf machen! – Gegen Naziläden und Rassismus!“ auf.

Anlass hierfür ist nicht nur die Umfimierung des „Thor Steinar“ Shops „Tonsberg“ zu

„Larvik“, sondern auch die in den letzten Monaten zunehmenden und sich wiederholenden rassistischen Übergriffe in Dresden, wie etwa nach dem EM Halbfinale im Juni 2008 oder der Brandanschlag auf einen vietnamesischen Markt im August 2008.

Antifaschistische Demonstration

Den NAZIS Dampf machen! – Gegen Naziläden und Rassismus!

Sonnabend, 18. Oktober 2008
12 Uhr
Wiener Platz (Hauptbahnhof) / Dresden

03.10.2008 : Geithain rocken – Nazis stoppen

Am 03.10. ruft das Nazinetzwerk “Freies Netz” zu einer Demonstration unter dem Motto “Revolution ist machbar – Nationaler Sozialismus jetzt” in Geithain (zwischen Leipzig und Chemnitz) auf. Mit völkischen und antisemitischen Hetztiraden wollen sie damit dem System öffentlich ihre Gegnerschaft erklären. Ihre Alternative heißt nationale Volksgemeinschaft und bedeutet Unterordnung, Ausschluss und Gewalt.
Das gesamte “Freie Netz” – in den letzten Monate um zahlreiche Stützpunkte gewachsen – mobilisiert nach Geithain. Am 2. Oktober findet zudem, veranstaltet vom Freien Netz Altenburg, ein “Nationaler Gesprächskreis” statt, bei dem unter anderem Thomas “Steiner” Wulff spricht, der als einer der Führungsfiguren der Naziszene in Deutschland gilt. In der Veranstaltungsankündigung wird explizit auf die am nächsten Tag stattfindende Demonstration hingewiesen. (mehr…)